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Modellbahner Klaus zeigt Euch: Wie er seinen Gleissauger gebaut hat

Modellbahner Klaus stellt sich vor

Wer ist Klaus?

Klaus ist seit seinem 6. Lebensjahr Modellbahner. Die Moba hat er von seinem Vater geerbt: H0 & Analog. Ihn zeichnet aus, dass er zu 100% hinter dem Motto „do it yourself“ steht. Damit ist gemeint, dass er so viel wie möglich selbst planen, bauen und gestalten möchte. Er baut keine Bausätze zusammen! Nein, er gestaltet seinen eigenen Bausatz. Klaus kann somit noch individueller arbeiten und seine Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern.

Weitere Informationen zu Klaus:

Unsere erste Bahn bestand aus einem damaligem Starter-Set. Enthalten war eine BR 89 und die üblichen Donnerbüchsen. Beides habe ich heute noch in Betrieb. Die ganze Anlage, montiert auf einer Spahnplatte, hatte im Kinderzimmer unter dem Bett ihren Platz. Leider musste ich sie mit meinen Brüdern teilen. Die allerdings bald das Interesse daran verloren. So blieb sie mir und meinem Vater, der ebenfalls an diesem Virus litt.

Als mein Vater dann 1985 an einem Herzinfarkt verstarb, vermachte er mir alles bis dahin hinzugekaufte Gleis und Rollmaterial. Leider hatte ich nicht immer die Zeit, das Geld und den Platz um durchgehend diesem wunderschönen Hobby nachzugehen. Erst im Jahr 1993 habe ich den Platz dazu requiriere können. Im Keller, eine Ecke 200x120cm.

Durch den ersten Umzug musste leider abgebaut werden. Nicht immer hatte ich dann in dem neuen Zuhause den Platz und die Zeit, um sie wieder aufbauen zu können. Also war ich ein sogenannter „Teppichbahner“ sehr zum Widerwillen meiner Frau.Erst im Jahr 2010, nach dem Kauf einer Eigentumswohnung ging es so richtig los. Der Sohn war schon länger ausgezogen, das Kinderzimmer war leer und der Feldwebel war einverstanden. Es wurde also aufgebaut. Leider, nur für kurze Zeit… Ein weiterer Umzug folgte.Nach langem hin und her, Auf- und Abbau konnte ich mich endlich verwirklichen. 2015 war mein Jahr!

Nach Klaus gibt es 5 Modellbahner-Typen. Welcher Typ bist Du?

Es gibt und gab schon immer viele verschiedene Modellbahner-Typen.

Der Typ hängt stark von den individuellen Fähigkeiten & Fertigkeiten, dem Charakter, der Zeit und vielen weiteren Faktoren ab. Nachfolgend eine kurze Beschreibung:

1. Die Betriebswerker

Betriebswerker sind darauf fixiert den Fahr- und Rangierbetrieb so exakt wie möglich nachzustellen und das möglichst auf einer Ebene ohne Schnick-schnack. Die Landschaft ist spärlich und es existiert nur wenig grün.

2. Die Achterbahn Bauer

Sie sind eher darauf bedacht so viel Gleis wie möglich auf so vielen Ebenen wie möglich zu verlegen.

Möglichst viele Tunnel, Brücken und Weichen. Landschaftsgestaltung? Fehlanzeige. Die Planung und Vorbereitung steht im Vordergrund.

3. Die Romantiker

Sie verlegen eine Spur auf 20 qm und sind auf Landschaft und Städte spezialisiert.

Die Detailtreue ist sehr hoch und die Betriebsart eher zweitrangig. Die Planung ist hier eher intuitiv.

4. Die Cyber Bahner.

Bei den Cyber Bahnern steht die Digital Technik im Fokus. Außerdem werden so viele elektronische Funktionen eingebunden.

Sie verbringen viel Zeit am Rechner und im Internet. Die Planung und Vorbereitung ist das A und O.

5. Die Perfektionisten

Dieser Typus ist nahe an der Realität. Hier muss alles stimmen. Jedes Signal, jedes Schild und jedes Zeichen müssen am rechten Ort stehen. Schon in der Planung wird festgelegt wo was zu stehen hat.

Der ein oder andere fühlt sich sicherlich angesprochen. Klaus betont, dass er keine Wertung oder Kritik ausüben möchte. Er will lediglich aufzeigen, wie heterogen die Modellbahner-Gemeinschaft ist. Den größten Vorteil sieht er darin, dass man voneinander lernen kann. Durch den Austausch mit anderen und den Erfahrungen, die man sammelt, entwickelt sich ein eigener Stil.

Klaus sagt, dass er zu allen Typen eine Beziehung hat. Am meisten ausgeprägt ist seine gestalterische Ader. Ihn zeichnet aus, dass er zu 100% hinter dem Motto „do it yourself“ steht. Damit ist gemeint, dass er so viel wie möglich selbst planen, bauen und gestalten möchte. Er baut keine Bausätze zusammen! Nein, er gestaltet seinen eigenen Bausatz. Klaus kann somit noch individueller arbeiten und seine Fähigkeiten und Fertigkeiten ausbessern.

Das ist es, was in meinen Augen dieses Hobby so faszinierend macht.

Klaus stellt euch seinen selbstgebauten Gleissauger vor

Wie Bau ich einen Gleissauger?

Einen Gleissauger kann man kaufen, wenn man will und kann. Man kann aber auch mit einfachsten mittel einen gut funktionierenden Gleissauger selber bauen. Auf die Idee bin ich gekommen, weil in meinen Gleiswendeln zum SBH schlecht zu saugen mit dem Staubsauger rangekommen bin.

Die Bauanleitung für einen Gleissauger

Folgendes Material habe ich verwendet:

2x beliebige Kühlwagen- zweiachsig
1x Batterie betriebenen Luftfächer mit Propeller, wie man sie für wenig Geld kaufen kann.
1x  9-Volt Batterie. (Da Klaus mit Wechselstrom fährt, kann er den Strom nicht vom Gleis nehmen).
1x kleinen Ein-aus- Schalter
1x Pappröhre mit dem Durchmesser 3,8 – 4 cm und ca. 8 cm länge. (z.B. von einer Pflasterrolle auf der diese Bunten selbstklebenden Pflaster-Tape gerollt sind)

1. Schritt

Im ersten Schritt öffnen wir einen der Beiden Wagen und entfernen mit dem Dremel und der eingesetzten Fräse die Verstärkungen im inneren des Wagons. Achte darauf, dass die Fräse nicht zu schnell läuft und das Plastik wegbrennt

 

 

2. Schritt

Anschließend die Papprolle angepasst und das Fahrgestell bearbeitet. Hier habe ich 11mm von einer Seite mit dem Demel entfernt. Bitte nur den mittleren Teil entfernen und nicht alles. Die Kupplung habe ich entfernt da sie nicht mehr benötigtwird. Die Papprolle ist auf länge geschnitten ( je nach dem welchen Wagen ich habt) und an einer Seite ist eine Öffnung eingeschnitten. Die Laschen sind nach außen gebogen und ergeben später das Saugrohr.

 

 

Für den Motor habe ich eine Halterung aus Sperrholz gebaut und den Motor mit Sekundenkleber eingeklebt. Dabei unbedingt darauf achten, dass Klebe nicht an die Welle oder in das Motorinnere gelangt.

 

3. Schritt

Das Papprohr kann jetzt mit dem Fahrgestell verklebt werden. Ich habe dazu Heiß-Kleber verwendet. Vorher sollte getestet werden, ob das Gehäuse noch über das Ganze passt. Wenn nicht müsst ihr am Fahrgestell noch etwas nachfeilen.

Das Rohr habe ich mit einer Plastikabdeckung versehen (Deckel einer Schraubenschachtel). Die Abdeckung habe ich der Form des Papprohres angepasst und mit Sekundenkleber befestigt. Das Gehäuse muss später über die Konstruktion passen.

 

 

Der Motor hat nun seinen -Sockel bekommen. Das vordere Sockelschild habe ich noch etwas abgeschrägt, um die angesaugte Luft besser ableiten zu können. Macht ihr das nicht, entsteht keine Saugleistung.  Der Propeller der hier verbaut ist, ist nicht der endgültige. Dieser war nur für Testzwecke.

 

 

 

4. Schritt

Das Saugrohr habe ich nun mit Pappe und Sekundenkleber bis auf die Schienen Oberkante verlängert. Je kleiner die Öffnung, desto stärker das Vakuum. Nach einigen Tests hat sich eine Breite von etwas über Achsenmaß und eine Tiefe von 1 cm als ideal erwiesen.

 

 

5. Schritt

Am Gehäuse müsst ihr nun noch einige Schlitze fräßen, um die angesaugte Luft nach außen zu führen. Ebenfalls habe ich am Ansaugrohr ein stück Gummi angeklebt, damit das Vakuum am Gleis bleibt.

 

 

6. Schritt

Für das Entleeren des Behälters müsst ihr ebenfalls eine Öffnung in das Gehäuse und in den Auffangbehälter schneiden. Die ausgeschnittenen Teile unbedingt aufheben. Das ausgeschnittene Teil wird später als Deckel verwendet. Der ausgeschnittene Teil des Papprohres wird dagegen nicht mehr verwendet. Hier muss zum Abdichten ein etwas größerer Deckel aus einem zweiten Papprohr geschnitten werden.

7. Schritt

Um den angesaugten Unrat vom Motor fernzuhalten und ihn im Auffangbehälter sammeln zu können, benötigt Ihr einen Filter. Diesen habe ich aus dünnem Sperrholz exakt an den Innendurchmesser des Papprohres angepasst.Diesen Ring habe ich dann mit einem Nylonstrumpf bezogen. Der Filter wird nur von der Spannung im Rohr gehalten und ist somit austauschbar.

 

 

8. Schritt

Jetzt wird der Motor mit dem Sockel an das Fahrgestell befestigen. Dazu vier Löcher M3 in das Fahrgestell bohren. Den Motor anschließend mit einer Sperrholzplatte fixieren, sodass die Welle genau in der Mitte des Rohres ist.

Die Funktionsweise ist einfach erklärt:

Der Motor mit dem Propeller erzeugt in der Pappröhre ein Vakuum. Um das Vakuum auszugleichen strömt Luft durch den Ansaugstutzen direkt über den Schienen. Dabei wird der Schmutz mit angesaugt und in der Pappröhre durch das Sieb gefiltert.

Der Propeller:

Den Propeller habe ich aus einem Vierkantholz Kiefer 10x10mm geschliffen.

Hierbei muss sehr sorgfältig und genau gearbeitet werden, um so wenig wie möglich Unwucht zu erzeugen. Zuerst wird mittig ein Loch in der Dicke von der Motorwelle bohren, dann den Durchmesser des Papprohres, minus einen Millimeter auf jeder Seite, übertragen und anfangen zu feilen und zu schleifen. Je dünner der Propeller, umso geringer die Unwucht und desto besser ist die Laufeigenschaften.

 

9. Schritt

Der nächste Schritt ist, dass der Propeller mit Klarlack lackiert wird. Auf der Welle habe ich ihn mit Sekundenkleber fixiert. Der Motor muss auf dem Gestell so plaziert werden, dass der Propeller in der Mitte der Pappröhre dreht.

Im zweiten Wagen habe ich die Batterie untergebracht. Da ich Wechselstrom und Analog fahre, kann ich den Strom für den Motor leider nicht vom Gleis holen.

Digital und Gleichstrom Nutzer, können natürlich den Strom vom Gleisverwenden. Die Batterie habe ich in einen Haushaltsschwamm gepackt und die Anschlüsse zum Saugwagen auf höhe der Kupplung gelegt.

 

10. Schritt

Noch schnell den Schalter für den Motor einbauen, und fertig ist der Gleissauger.

 

 

 

 

 

 

Viel Spaß beim nachbauen!

Falls Du Fragen, nutze die Kommentarfunktion.

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